Panorama
07.01.2018

Lufthansa-Pilot kehrt um An der US-Ostküste herrscht Flugchaos

Irgendwo unter dem Schnee: Das Rollfeld des Flughafens JFK.

(Foto: dpa)

Irgendwo unter dem Schnee: Das Rollfeld des Flughafens JFK.

(Foto: dpa)

Die Extremkälte sorgt im Osten Nordamerikas für heilloses Durcheinander. New York erlebt den zweitkältesten Tag seiner Geschichte. Flüge aus Europa in die Metropole kapitulieren und kehren um. Die Zahl der Kältetoten steigt.

Die extreme Kälte und die Auswirkungen eines schweren Wintersturms im Osten der USA und Kanadas haben zu Chaos im Flugverkehr geführt. Besonders betroffen war der Flughafen JFK in New York. Mehr als 3420 US-Flüge waren verspätet, mehrere Maschinen auf Transatlantikstrecken kehrten auf halbem Weg wieder um.

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Die für die New Yorker Flughäfen zuständige Behörde Port Authority erklärte das Chaos vom Samstag mit Umbuchungen nach dem Wintersturm vom Donnerstag sowie durch den Sturm entstandenen Schäden an der Ausrüstung an den Flughäfen. Dies habe zu erheblichen Verspätungen geführt.

Die Internetseite Flightradar24 meldete, mindestens zwölf internationale Flüge hätten am JFK rund zwei Stunden auf ein Gate warten müssen. Viele Passagiere klagten über stundenlange Wartezeiten auf den Rollfeldern und anschließende Verzögerungen bei der Gepäckausgabe, was sich insbesondere für kleine Kinder und ältere Menschen als große Herausforderung dargestellt habe.

Passagiere zeigen sich verzweifelt

"Bin seit mehr als drei Stunden auf dem Rollfeld von JFK gestrandet", schrieb der Passagier einer Alitalia-Maschine, Chris Mendez, im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Mehrere Passagiere benötigen medizinische Hilfe, die Crew kommuniziert nicht, Babys schreien vor Hunger, und die Leute rufen vom Flugzeug aus die Polizei an", schrieb er.

Helfer versorgen Obdachlose auf den eisigen Straßen New Yorks.

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"Verliere die Geduld", twitterte der Passagier eines Virgin-Atlantic-Flugs am Flughafen JFK, James Allen. Er habe drei Stunden auf dem Rollfeld und anschließend zwei Stunden am Gepäckband verbracht. "Zwei kleine Kinder, hungrig, durstig und müde, keine Toiletten und keine Hilfe bei der Gepäckausgabe, sehr unschön", schrieb er.

Helfer versorgen Obdachlose auf den eisigen Straßen New Yorks.

(Foto: REUTERS)

Piloten auf Transatlantik-Flügen gaben bereits vor der Landung auf und machten kehrt. Dazu zählten laut Flightradar24 eine Lufthansa-Maschine aus Frankfurt und eine Maschine aus Wien, die wegen der "Auslastungsgrenze am JFK" über Irland und Großbritannien umdrehten. Eine Aeroflot-Maschine aus Moskau kehrte über Island um.

Mehrere Tausend Ausfälle

Andere Flüge wurden umgeleitet, darunter eine Norwegian-Air-Maschine aus London, die 112 Kilometer nördlich von New York am Flughafen Stewart International landete. Ein Flugzeug der Japan Airlines aus Tokio wurde der Flug-Website zufolge nach Boston umgeleitet.

Zusätzlich zu dem Chaos waren am späten Freitagabend zwei Maschinen am JFK an den Tragflächen kollidiert. Es entstand Sachschaden an beiden Flugzeugen, verletzt wurde aber niemand, wie die Behörden erklärten.

Die Internetseite Flight Aware hatte früher am Samstag gemeldet, dass an den New Yorker Flughäfen JFK und La Guardia 20 beziehungsweise 30 Prozent der Flüge gestrichen worden seien. Am Bostoner Logan-Flughafen waren es demnach ebenfalls 30 Prozent. Am Freitag waren etwa 4300 Flüge ausgefallen, rund 3500 weitere hatten zum Teil erhebliche Verspätungen. Flugausfälle und -verspätungen gab es am Samstag auch am Flughafen von Toronto.

Arktische Kälte dauert an

In Teilen der US-Bundesstaaten Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Rhode Island, Vermont und Virginia lag der Schnee mehr als 30 Zentimeter hoch, wie der US-Wetterdienst NWS mitteilte. Tausende Schneepflüge waren zur Räumung der Straßen im Einsatz.

In New York meldete der Wetterdienst am Samstag die niedrigsten jemals registrierten Tageshöchsttemperaturen. Der Hudson River war teilweise zugefroren. Die Behörden warnten vor Frostbeulen an nicht geschützter Haut binnen zehn Minuten. Am Mount Washington im Bundesstaat New Hampshire wurde am Samstag mit minus 37,8 Grad Celsius die zweitniedrigste Temperatur auf der Welt gemessen. In Kanada wurden für das nördliche Ontario und Québec minus 50 Grad Celsius vorhergesagt.

Den Behörden zufolge soll die arktische Kälte bis in die kommende Woche andauern. Für die Region von Kansas bis Tennessee wurde Eisregen vorhergesagt und vor glatten Straßen gewarnt. Durch die Kältewelle sollen bereits mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen sein.

Für manch einen ist die Eiseskälte in Nordamerika ein großer Schneespaß, für die meisten Betroffenen ist sie aber eine große Belastung.

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Einerseits sind eingeschneite Städte wie New York schön anzusehen, andererseits kommt auch das Leben teilweise zum Erliegen.

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Vor allem die Flughäfen haben mit den Schneestürmen zu kämpfen.

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Manch ein New Yorker oder Besucher nutzt aber die einzigartige Situation.

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So wie diese Touristen, die sich um den verschneiten Bullen an der Wall Street gruppieren.

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Wer kann schon sagen, er hat in New York ein Fotoshooting im Schneesturm gemacht?

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Die Menschen müssen raus - es nützt ja nichts.

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Sie versuchen sicht notdürftig zu schützen.

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Die Laune lassen sich auch die Touristen nicht verderben.

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Auch vor dem Kapitol in Washington ist man noch positiv. Eine Schlittenfahrt lenkt doch von allen politischen Problemen ab.

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Andere müssen den ganzen Schnee wegräumen - und haben dabei wohl eher weniger Spaß.

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An den kältesten Orten in den USA ist es sogar bis zu Minus 38 Grad kalt.

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Auch die Kanadier frieren - und können die erstarrten Niagarafälle bewundern.

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Joggen im Schnee geht natürlich auch - wie hier in der Provinz Ontario.

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Auch wenn die Kälte für viele Menschen belastend ist, so zeigt sich die Natur von einer ganz besonderen Seite.

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Solche Bilder sieht man auch in Nordamerika nicht jeden Winter.

(Foto: imago/robertharding)

Der ein oder andere traut sich weiterhin auf die Straße, ...

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... auch wenn man sicher oftmals sagen kann "bei diesem Wetter jagt man wirklich keinen Hund nach draußen". Kein Wunder, dass er so mies gelaunt reinschaut. Aber eins ist sicher: Irgendwann wird's wieder wärmer.

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06.01.2018 Reise Schnee, Eis und Megakälte Nordamerikas Städte erstarren in Eis und Schnee

Quelle: n-tv.de , shu/AFP

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