Panorama
25.04.2020

Warnung vor neuem Lockdown Drosten: "Der Erfolg wird missbraucht"

Drosten:"Wenn, dann wird mit der Natur verhandelt."

(Foto: picture alliance/dpa)

Drosten:"Wenn, dann wird mit der Natur verhandelt."

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind fragil. Forderungen, davon nicht mehr abzuweichen, hält Virologe Drosten für nicht ungefährlich. Auch könnten gerade diese der Wirtschaft schaden.

Virologe Christian Drosten warnt vor einem Missbrauch der bisherigen Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus. "Dieser Erfolg wird jetzt aber missbraucht als Argument, dass man das alles doch hätte lassen können", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf Behauptungen, die Kontaktsperren seien angesichts einer schon früh unter den Wert eins gefallenen Reproduktionsrate unnötig gewesen.

Zusammen mit der "angeblichen Abwesenheit einer Übersterblichkeit", spiele diese These "gewissen politischen Kräften in die Hände, die sagen, man müsse der Wirtschaft eine Chance geben". Tatsächlich aber nehme man der Wirtschaft vielleicht gerade die Chance, "weil Kontaktsperren umso härter wieder eingeführt werden müssen", sagte er weiter. Drosten zeigte sich besorgt, wenn er Vertreter der Wirtschaft höre, "die praktisch sagen, von dieser Lockerung weichen wir jetzt keinen Millimeter. Als wäre das Verhandlungssache. Aber wenn überhaupt, dann verhandelt man mit der Natur, nicht mit einem Virologen".

Skeptisch äußerte sich der Wissenschaftler ferner zu Thesen, das Corona-Virus stamme aus einem chinesischen Labor. Die Fledermaus-Coronaviren, die dem neuen Erreger ähnlich seien, "existieren nur in Hufeisennasenfledermäusen - und die hält man nicht einfach mal so in einem Labor", sagte er. Auch infiziere man sich "nicht einfach mal aus Versehen mit so einem Virus". Schließlich gebe es so etwas wie eine Anpassungsbarriere, weswegen ein Virus nicht einfach auf den Menschen übergehe. In Summe klinge dies "äußerst unplausibel".

Vielmehr könne man ohne genaue Untersuchung "zum Ursprung nicht wirklich etwas sagen". Zudem kochten solche Viren nicht auf einem Markt hoch, "sondern dort, wo die Tiere gezüchtet oder gefangen werden". Für Marderhunde etwa - als mögliche Zwischenwirte - gebe es eine Industrie in China, die die Märkte belieferten. "Dort könnte man mal hingehen und ein paar Tausend Tiere beproben. Ich verstehe nicht, warum es dazu noch keine Daten gibt. Da würde ich einfach gern einmal eine Studie sehen", sagte er.

Quelle: ntv.de , jwu

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