Panorama
23.09.2020

Umfrage zu erhöhtem Berufsrisiko Polizeien melden mehr als 1000 Corona-Fälle

Situationen mit einem erhöhten Infektionsrisiko können Beamtinnen und Beamte manchmal nicht ausweichen.

(Foto: imago images/Joachim Sielski)

Situationen mit einem erhöhten Infektionsrisiko können Beamtinnen und Beamte manchmal nicht ausweichen.

(Foto: imago images/Joachim Sielski)

Bei ihren Einsätzen sind Polizeieinheiten in Zeiten der Pandemie oft einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Eine Umfrage unter den Landesbehörden ergibt nun, dass sich seit März mehr als 1000 Polizistinnen und Polizisten mit dem Coronavirus infiziert haben.

Die Polizeibehörden in Deutschland haben einem Bericht zufolge bei bislang mindestens 1000 Polizistinnen und Polizisten Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das geht aus einer Umfrage der "Rheinischen Post" (RP) bei der Bundespolizei und den 16 Landesinnenministerien hervor. Demnach ist die Zahl der seit März registrierten Fälle mit 274 in Bayern am höchsten, aus Baden-Württemberg wurden 262 gemeldet.

Nordrhein-Westfalen habe als einziges Bundesland keine Zahlen veröffentlichen wollen, heißt es in dem Bericht. Deshalb sei von einer bundesweit höheren Zahl positiver Tests unter deutschen Polizistinnen und Polizisten auszugehen. Insgesamt ist der Umfrage zufolge sowohl in Bayern als auch in Hamburg jeweils ein Polizist an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Wie viele Infektionen einen dienstlichen Bezug haben, geht aus dem Bericht nicht hervor. Hierzu verweist die Zeitung darauf, dass nur wenige Innenministerien über Statistiken verfügten, wie viele Polizisten sich im Einsatz infiziert haben. Bei der Bundespolizei hingegen gebe es Erkenntnisse, dass sich von 191 infizierten Bundespolizisten mindestens 55 Polizistinnen und Polizisten im Dienst angesteckt haben.

Insbesondere bei Einsätzen wie auf sogenannten Hygiene-Demos sind Polizistinnen und Polizisten einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verweist hierzu in dem RP-Bericht auf das Berufsrisiko, kritisiert jedoch mangelnde Vorkehrungen. Es habe "so gut wie keine Pandemiepläne gegeben", sagte der GdP-Vorsitzende Jörg Radek. Demnach habe die Pandemie zudem "Defizite in der IT-Struktur" bei den Polizeibehörden offengelegt.

Quelle: ntv.de , cri

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