Samstag, 27. März 2021

Suezkanal noch immer dicht US-Armee bietet Hilfe bei "Ever Given" an

Ein Entladen des Schiffes wäre keine schnelle Lösung, erst müsste ein Schwimmkran gebracht werden.

(Foto: dpa)

Den ganzen Freitag über wurde gebaggert, doch die "Ever Given" steckt immer noch fest. Jetzt sind die Bergungsarbeiten erst einmal unterbrochen. Inzwischen hat die US-Armee ihre Unterstützung angeboten, um den Suezkanal wieder frei zu bekommen.

Die Bergungsarbeiten rund um das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff "Ever Given" sind am späten Abend unterbrochen worden und sollen am Samstag wieder aufgenommen werden. Zuletzt wurde versucht, mit Baggern 20.000 Kubikmeter Sand vom Bug des Schiffes zu entfernen und es so zu befreien. Inzwischen hat die US-Armee ihre Unterstützung angeboten. "Im Rahmen unseres aktiven diplomatischen Dialogs mit Ägypten haben wir den ägyptischen Behörden US-Hilfe bei der Wiederöffnung des Kanals angeboten", teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki mit.

Die Gespräche mit Kairo über eine Unterstützung durch die USA dauern laut Pskai noch an. Der Sprecher des US-Zentralkommandos, Bill Urban, erklärte, die Marine-Experten stünden im Falle einer Anfrage aus Ägypten bereit. Eine zentrale Aufgabe des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos ist der Schutz der Handelsschiffe in der Region.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte, wenn Ägypten eine formelle Anfrage stelle, könne sich das Experten-Team bereits am Samstag vom US-Flottenstützpunkt in Bahrain auf den Weg machen. Außerdem könne die US-Armee die Belegschaft von Schiffen beraten und unterstützen, die sich wegen der Blockade des Kanals für den Umweg um Afrika entschieden und dabei auf Piraten treffen könnten. "Wir können sicherlich beraten, aber wir können sie nicht alle eskortieren", sagte der US-Vertreter.

Einige Schiffe haben wieder abgedreht

Das 400 Meter lange und über 220.000 Tonnen schwere Containerschiff "Ever Given" war in einem Sandsturm vom Kurs abgekommen und in Ufernähe des Suezkanals auf Grund gelaufen. Es blockiert seitdem den Wasserweg zwischen Rotem Meer und Mittelmeer. Seit Mittwoch laufen die Bemühungen vor Ort auf Hochtouren, das Schiff wieder freizubekommen. Die Bergung könnte im schlimmsten Fall noch Wochen dauern.

Zuletzt stauten sich rund auf beiden Seiten des Kanals bereits mehr als 200 Schiffe. Auch deutsche Unternehmen befürchten daher Lieferengpässe. Der Eigentümer der "Ever Given" hatte sich zuversichtlich gezeigt, das Schiff noch am Wochenende freizubekommen. Für etliche Empfänger der transportierten Waren werde langsam die Zeit knapp, heißt es vom Verband Deutscher Reeder (VDR).

Die bereits ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, die quer im Kanal liegende 400 Meter lange "Ever Given" teilweise abzuladen und so leichter zu machen, bedeutet aus Verbandssicht weitere eine Verzögerung. "Bis ein Schwimmkran vor Ort wäre, der Container vom Wasser aus in bis zu 60 Metern Höhe abladen kann, dürfte wertvolle Zeit vergehen", sagte VDR-Sprecher Christian Denso. Nach seinem Wissen hätten schon einige Schiffe den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung eingeschlagen. Das sei aber wahrscheinlich nur für Frachter sinnvoll, die nicht schon ins Mittelmeer oder ins Rote Meer eingefahren seien.

Quelle: ntv.de , ino/AFP/dpa

*Datenschutz