Montag, 07. November 2022

Polio, Tetanus, Meningokokken Weniger Kinder geimpft als vor der Pandemie

Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten von rund 782.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von bis zu 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind. 

(Foto: picture alliance / photothek)

Mehr als ein halbe Million Kinder erhalten im vergangenen Jahr keine Schutzimpfung. Deutlich mehr als vor Corona. Die Pandemie habe den "negativen Trend verstärkt", sagt die DAK.

In der Corona-Pandemie sind in Deutschland deutlich weniger Kinder und Jugendliche gegen andere ansteckende Krankheiten geimpft worden. Im vergangenen Jahr sank der Anteil der Kinder, die wenigstens eine Schutzimpfung erhielten, im Vergleich zu 2019 um elf Prozent, wie die Krankenkasse DAK in Hamburg mitteilte. Hochgerechnet auf die Bevölkerung wurden damit rund 680.000 weniger Mädchen und Jungen geimpft.

"Wir beobachten schon länger einen Rückgang der Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen. In der Corona-Pandemie hat sich dieser negative Trend verstärkt", sagte Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Angesichts der Impfzahlen gebe es akuten Handlungsbedarf. "Sonst wird die Gesundheit von vielen jungen Menschen plötzlich wieder durch Krankheiten bedroht, die als fast ausgerottet galten."

Die Quote der Erstimpfungen bei der Vierfachimpfung gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung sank demnach mit 31 Prozent besonders stark. Unter Berücksichtigung aller Impfdosen sowie der Auffrischungsimpfungen ging die Quote bei dieser Vierfachimpfung um 23 Prozent zurück. Damit wurden 2021 rund 166.000 weniger Kinder und Jugendliche geimpft.

Gegen Meningokokken C, die eine Hirnhautentzündung oder Sepsis verursachen können, wurden 200.000 oder 19 Prozent weniger Kinder und Jugendliche geimpft als im Jahr vor der Pandemie. Auch bei HPV-Impfungen zur Krebsvorsorge sanken die Impfzahlen um 13 Prozent. Bei der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln ging die Impfquote im vergangenen Jahr ebenfalls um 18 Prozent zurück.

Gleichzeitig stieg allerdings die Vierfachimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und zusätzlich Windpocken um 18 Prozent, sodass der Rückgang ausgeglichen wurde. Auch die Zahlen bei der Erstimpfung gegen Pneumokokken blieben während der Pandemie weitestgehend konstant. Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten von rund 782.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von bis zu 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind.

Quelle: ntv.de , lar/AFP/dpa

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