Montag, 27. September 2021

US-Präsident witzelt dabei Biden erhält dritte Impfung vor Kameras

Für US-Präsident Biden ist es schon die dritte Impfung.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Wer soll eine Auffrischimpfung bekommen? Diese Frage sorge in den USA für Streit. US-Präsident Biden jedenfalls ist für den Booster berechtigt. Die dritte Impfung holt er sich wie schon die erste und zweite: in Anwesenheit von Kameras.

US-Präsident Joe Biden hat seine dritte Corona-Impfung bekommen. "Ich weiß, ich sehe nicht so aus, aber ich bin über 65 Jahre alt", scherzte der 78-Jährige im Weißen Haus, während er sich vor laufender Kamera impfen ließ. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen in der vergangenen Woche genehmigt. Die zweite Impfung muss mindestens sechs Monate her sein.

Biden ließ sich auch die ersten beiden Impfungen im Dezember und Januar öffentlich verabreichen. Seine 70 Jahre alte Ehefrau Jill werde ebenfalls die dritte Spritze bekommen, sagte Biden. "Ich möchte klarstellen, dass Auffrischungsimpfungen wichtig sind, aber das Wichtigste ist, dass mehr Menschen geimpft werden", sagte Biden weiter. 23 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den USA hätten noch keine einzige Impfdosis erhalten und würden damit "furchtbar viel Schaden" anrichten. "Wir wissen, dass die Menschen sich impfen lassen müssen, um diese Pandemie besiegen und Leben zu retten", sagte der Präsident.

Streit zwischen Zulassungsbehörden

In den USA haben Anspruch auf die Drittimpfung fortan Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung und Beschäftigte in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko wie etwa Ärzte, Krankenpfleger und Lehrer. Das Thema hatte allerdings für Streit innerhalb der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Gesundheitsbehörde CDC gesorgt.

Umkämpft war insbesondere die Frage, ob Angehörige von Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko Anspruch auf eine Drittimpfung bekommen sollten oder nicht. So stimmte ein CDC-Expertengremium dagegen. Behördenchefin Rochelle Walensky setzte sich aber über die Empfehlung des Gremiums hinweg und weitete damit den Kreis der potenziellen Empfänger deutlich aus.

Die Frage einer Auffrischungsimpfung ist grundsätzlich umstritten. Befürworter argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Immunität.

Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen würden bereits ausreichenden Schutz bieten, insbesondere vor schweren und tödlichen Krankheitsverläufen. Sie sind der Auffassung, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen - in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

Biden sagte, die USA würden ihren Beitrag dazu leisten, dass alle Menschen weltweit gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Die USA würden mehr Impfstoffe spenden als der Rest der Welt zusammen. Die USA hatten zuletzt ihre Spendenzusagen auf 1,1 Milliarden Impfdosen verdoppelt. Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bislang sind dort 55,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Quelle: ntv.de , ses/dpa/AFP

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