Donnerstag, 09. Juni 2022

Ausländische Kämpfer in Ukraine Briten und Marokkaner von Separatisten zum Tode verurteilt

Aiden Aslin, Saaudun Brahim und Shaun Pinner waren im Gericht anwesend, als das Urteil gegen sie verkündet wurde.

(Foto: IMAGO/SNA)

Zwei Briten und einem Marokkaner, die von russischen Truppen gefangen genommen wurden, wird "Terrorismus" vorgeworfen. In der separatistischen Donezker Volksrepublik verhängt ein Gericht die Todesstrafe gegen sie. London sagt, die Gefangenen würden für politische Ziele missbraucht.

Zwei Briten und ein Marokkaner, die von den russischen Streitkräften bei Gefechten in der Ukraine gefangen genommen wurden, sind zum Tode verurteilt worden. Das meldet Russlands staatliche Nachrichtenagentur RIA. Laut des britischen Fernsehsenders BBC handelt es sich dabei um den 28 Jahre alten Aiden Aslin und den 48-jährigen Shaun Pinner. Zusammen mit einem dritten Mann, dem marokkanischen Staatsangehörigen Saaudun Brahim, sollen die Briten vor dem Obersten Gericht der separatistischen Donezker Volksrepublik (DVR), die von prorussischen Rebellen gehalten wird, erschienen sein. Das Gericht ist international nicht anerkannt.

Berichten zufolge wurden sie angeklagt, Söldner zu sein, und wegen "Terrorismus" verurteilt. Sowohl die Soldaten als auch die Familien der britischen Männer behaupten jedoch, sie hätten dem ukrainischen Militär angehört. Dies würde sie zu Soldaten im aktiven Dienst machen, die durch die Genfer Konventionen für Kriegsgefangene geschützt sein sollten. Die russischen Staatsmedien hatten die Männer jedoch als Söldner dargestellt. Großbritannien hatte erklärt, dass sie als Kriegsgefangene Anspruch auf Immunität haben und nicht wegen ihrer Teilnahme an Feindseligkeiten angeklagt werden sollten. Die beiden Briten sollen sich im April in Mariupol ergeben haben. Die Hafenstadt im Süden der Ukraine war von den russischen Truppen nach wochenlanger Belagerung eingenommen worden.

Die britische Außenministerin Liz Truss bezeichnete die Todesstrafe als "Scheinurteil ohne jegliche Legitimität". Aus der Downing Street hieß es zudem, man sei tief besorgt und werde mit den ukrainischen Behörden weiter zusammenarbeiten, um auf die Freilassung von gefangen genommenen britischen Staatsbürgern, die an der Seite der Ukraine gekämpft hätten, hinzuarbeiten. "Wir haben immer wieder gesagt, dass Kriegsgefangene nicht für politische Zwecke missbraucht werden dürfen", sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson.

"Schauprozess" und Gefangenenaustausch?

Laut der englischen Zeitung "The Guardian" bezeichneten Beobachter den tagelangen Prozess als "Schauprozess" mit "erfundenen Anschuldigungen", um Kriegsverbrecherprozesse gegen russische Soldaten in Kiew nachzuahmen. Möglicherweise soll auch Druck auf Großbritannien aufgebaut werden, um einen Gefangenenaustausch mit russischen Soldaten in die Wege zu leiten. Das britische Außenministerium hatte erklärt, die Gefangenen würden für politische Ziele missbraucht. Die drei Männer kündigten Berufung gegen das Urteil an, wie die russische Agentur TASS meldete. Der "Guardian" berichtet, dass es in Russland ein Moratorium für die Todesstrafe gibt, nicht aber in dem von Russland besetzten Gebiet in der Ostukraine.

Die BBC zitierte "RIA News" aus dem Telegram-Kanal der Nachrichtenagentur: "Das Oberste Gericht der DVR hat das erste Urteil gegen Söldner gefällt - die Briten Aiden Aslin und Sean Pinner und der Marokkaner Saaudun Brahim wurden zum Tode verurteilt, berichtet der Korrespondent von RIA Novosti aus dem Gerichtssaal." Am Mittwoch hatte RIA Aufnahmen der Männer veröffentlicht, in denen sie sich der gegen sie erhobenen Vorwürfe "schuldig" bekannten, darunter Terrorismus, Begehung eines Verbrechens als Teil einer kriminellen Vereinigung und gewaltsame Machtergreifung oder gewaltsamer Machterhalt.

Quelle: ntv.de , dbe

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