Mittwoch, 15. Juni 2022

Virologin Schroeder bei Lanz "Das ist die erste Welle ohne Maßnahmen"

"Schutzmaßnahmen schaffen Freiheiten", findet Virologin Jana Schroeder.

(Foto: imago images/teutopress)

Die Corona-Inzidenzen steigen wieder. Experten diskutieren deshalb erneut über Schutzmaßnahmen. Die Virologin Jana Schroeder wirbt bei Markus Lanz fürs Masketragen aus Solidarität.

Die Virologin Jana Schroeder hat die Politik aufgefordert, sich schon jetzt auf Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst vorzubereiten. Wolle man zum Beispiel in den nächsten Monaten keine Schulen schließen, müsse man jetzt mit den Vorbereitungsmaßnahmen beginnen. "Wer im Herbst ein Ass im Ärmel haben möchte, muss es jetzt reinstecken", sagte die Virologin aus Rheine in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

Schroeder will die Bevölkerung darauf vorbereiten, wieder vermehrt Masken zu tragen. Sie habe das Gefühl, dass vor allem die FDP zu stark zwischen der Schutzdebatte und der Debatte um persönliche Freiheiten unterscheide. "Wir müssen erkennen, dass Schutzmaßnahmen Freiheiten schaffen. Die Frage ist, wie viele Schutzmaßnahmen ich brauche, um frei leben zu können", so Schroeder. Sie verlangt, dass "milde" Maßnahmen wie das Masketragen im Innenraum als Basisschutz beibehalten werden. "Man muss das Masketragen etablieren als gegenseitige Solidarität und Fürsorge", fordert die Virologin.

"Neue BA.5-Variante vermutlich nicht ansteckender"

Die neue BA.5-Variante sei vermutlich nicht ansteckender als ihre Vorgängerin, erklärte Schroeder. Aber ansteckend sei sie in jedem Fall. Früher habe man sagen können, man bekomme Corona früher oder später. Heute müsse man sagen, man bekomme Corona früher und später. In dem Krankenhaus, in dem sie als Chefärztin arbeitet, hat Schroeder Pfleger kennen gelernt, die sich sechs Wochen nach einer Corona-Erkrankung erneut ansteckten - trotz dreimaliger Impfung.

Dennoch könne man nicht vorhersagen, wie sich das Coronavirus entwickeln wird, so Schroeder. Aber die meisten Menschen in Deutschland seien durch die Impfungen vor einem schweren Verlauf geschützt. "Wir müssen nie wieder bei null anfangen, und das finde ich wichtig", sagte die Virologin. Die aktuelle Welle sei die erste ohne Schutzmaßnahmen. Jetzt sei es weiterhin wichtig, dass Ärzte darüber informieren, wo und wie lange eine Impfung vor einer Ansteckung schützen könne.

Zuletzt hatte auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor den Folgen der neuen Omikron-Variante gewarnt. Eine kritische Situation im Sommer erwarte er aber nicht, sagte der Politiker.

Quelle: ntv.de

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