Donnerstag, 06. Oktober 2022

Lauterbach prüft Streichung Homöopathie als Kassenleistung soll entfallen

Viele Krankenkassen bieten Kostenübernahme bei Arzneimitteln auf homöopathischer Basis an.

(Foto: picture alliance)

Gesundheitsminister Lauterbach hat sich einer "wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik" verschrieben - und in dieser hat Homöopathie keinen Platz. Der Mediziner will deshalb, dass homöopathische Arzneimittel künftig nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will die Finanzierung homöopathischer Behandlungen durch gesetzliche Krankenkassen überprüfen. "Obwohl die Homöopathie vom Ausgabenvolumen nicht bedeutsam ist, hat sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik keinen Platz", sagte der SPD-Politiker dem "Spiegel". "Deshalb werden wir prüfen, ob die Homöopathie als Satzungsleistung gestrichen werden kann."

Als Satzungsleistungen werden Leistungen bezeichnet, die Krankenkassen zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren können. Einige Krankenkassen bieten die Erstattung homöopathischer Arzneimittel als Satzungsleistung an. Basis für homöopathische Arzneimittel können pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen sein.

Die extrem verdünnten Stoffe werden zum Beispiel in Form von Kügelchen (Globuli) verabreicht. Wissenschaftlicher Konsens ist, dass für homöopathische Behandlungen keinerlei Wirkung nachgewiesen ist, die über Placebo-Effekte hinausgeht.

Schon in der Vergangenheit hatte Lauterbach die Homöopathie aufgrund fehlender wissenschaftlicher Evidenz kritisiert. So begrüßte Lauterbach im März via Twitter den Beschluss des Deutschen Ärztetages, dass Ärztekammern künftig keine Weiterbildungen mehr für Homöopathie anbieten sollen.

Quelle: ntv.de , jug/dpa

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