Politik
01.08.2010

Gefragte Rohstoffe Kampf um Arktis verschärft

Die Arktis wird mehr und mehr zum Ziel kommerzieller Interessen. (Im Bild: Eine Expedition 2004)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Arktis wird mehr und mehr zum Ziel kommerzieller Interessen. (Im Bild: Eine Expedition 2004)

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Öl, Gas und seltene Metalle: Die Arktis ist längst zum Streitobjekt geworden. Die Anrainerstaaten untermauern immer wieder ihre Ansprüche auf eine kommerzielle Nutzung der unwirtlichen Eis-Region - auch mit Drohgebärden. Kurz nach Russland starten die USA eine weitere Forschungsmission.

Wissenschaftler aus den USA und Kanada beginnen am Montag eine Expedition zur Vermessung des arktischen Meeresbodens. Von den Ergebnissen der auf fünf Wochen angesetzten Arbeiten erwarten beide Länder Aufschluss darüber, wie weit nach Norden sie ihre Souveränität auf Regionen ausdehnen können, in den große Vorkommen an Öl, Erdgas und anderen Rohstoffen vermutet werden. Die Wissenschaftler ans Ziel bringen sollen zwei mächtige Eisbrecher, die von Häfen in Alaska und in Kanada aus in See stechen werden. Gemäß Seerechtskonvention der Vereinten Nationen haben Küstenstaaten die Hoheit über einen 370 Kilometer breiten Streifen und dürfen diesen auch wirtschaftlich nutzen. Sie können diesen Streifen vergrößern, wenn sie die Existenz eines darüber hinausgehenden Festlandssockels beweisen, wie die Geologische Gesellschaft der USA (USGS) erklärte.

Das Eis schmilzt rapide - und erholt sich nicht. Oben 1979, unten 2005.

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Die exakte Festlegung von Seegrenze ist angesichts der Klimawandels von besonderem Interesse, da der Temperaturanstieg die Ausbeutung bislang nicht erreichbarer Vorratsstätten möglich macht. Immer nördlichere Öl- und Gasfelder könnten erschlossen werden, Fischfangflotten weiter vordringen und die bisher fast immer vom Eis verschlossene Nordost-Passage könnte den Seeweg zwischen Europa und Asien drastisch verkürzen.

Das Eis schmilzt rapide - und erholt sich nicht. Oben 1979, unten 2005.

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Unterschiedlichen Prognosen zufolge werden Anfang September nur noch 4,7 bis 5,2 Millionen Quadratkilometer des Arktischen Ozeans mit Eis bedeckt sein, so das Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung. Allerdings werde die Eisschmelze nicht den Rekord von 2007 erreichen, als nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer des Ozeans eisbedeckt waren. Zurzeit misst die Eisfläche rund um den Nordpol noch rund zehn Millionen Quadratkilometer. "Das Eis der Arktis erholt sich nicht", lautet die Essenz aus den aktuellen Messungen.

Auch in diesem Jahr werde der Arktische Ozean zum Ende des Sommers mit erheblich weniger Eis bedeckt sein als im Schnitt der Jahre von 1980 bis 1990. Seinerzeit umfasste die Eisfläche rund um den Nordpol jeweils im September mehr als sieben Millionen Quadratkilometer. Obwohl seit 2007 eine leichte Erholung beobachtet werde, sei langfristig mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

Heikle Missionen

Den Anspruch Russlands in der Region unterstrichen im Jahr 2007 Forscher, als sie mit einem Klein-U-Boot in 4300 Metern Tiefe am Nordpol die Flagge ihres Landes setzten. Und zurzeit ist der russische Atomeisbrecher "Jamal" in der Region unterwegs, um zu beweisen, dass ein großer Teil der Arktis eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes ist.

Wie heikel die Missionen sind, zeigte sich vor wenigen Tagen, als Kanadas Luftwaffe zwei russische Kampfflugzeuge abfing, die sich dem kanadischen Luftraum nahe der Arktis genähert hatten. Nach Angaben des kanadischen Verteidigungsministeriums wurden seit 2007 jedes Jahr mehrere russische Maschinen abgefangen. Der Sprecher bezeichnete diese Flüge als "Machtdemonstration" Russlands. Der Kreml hat immer wieder klargemacht, seine Interessen notfalls auch mit militärischer Gewalt durchsetzen zu wollen.

Russland hat bereits eine Fahne am Meeresboden unter dem Nordpol gesetzt.

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Auch zwischen Kanada und den USA ist der exakte Verlauf ihrer Seegrenze umstritten. In dieser Frage warten beide Länder mit Spannung auf die Ergebnisse der neuen Expedition. Für die Wissenschaftler selbst ist die Debatte über Grenzen aber nicht von vorrangigem Interesse. "Das ist Sache der Diplomaten und keine wissenschaftliche Entscheidung", sagte Jonathan Childs von der USGS. Die Forscher würden sich auf das Sammeln von Daten zur Vermessung des Meeresgrundes und zur Dicke von Gesteinsschichten konzentrieren. Die Politik wird die Daten jedoch für ihre Interessen zu nutzen wissen.

Russland hat bereits eine Fahne am Meeresboden unter dem Nordpol gesetzt.

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Die Menschheit ist dabei, Geschichte zu schreiben: ...

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... Wir wissen, was wir tun müssten, um den Klimawandel zu begrenzen.

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Doch wir tun es nicht.

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Was passiert, ist schnell erklärt. Die Lufthülle unseres Planeten lässt das einfallende Sonnenlicht hinein und sorgt gleichzeitig dafür, dass ein Großteil der vom Erdboden abgestrahlten Wärme drinbleibt. Das ist der Treibhauseffekt.

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Dank des Treibhauseffekts ist es auf der Erde zumindest im Durchschnitt nicht zu kalt und nicht zu warm - im Mittel etwa 15 Grad Celsius.

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Ohne den sogenannten atmosphärischen Treibhauseffekt wäre die Erde mit einem Durchschnittswert von minus 18 Grad für den Menschen ein eher unangenehmer Lebensraum.

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Die Atmosphäre funktioniert nach außen wie ein Sieb, nach innen wie ein Schirm: Für die kurzwelligen Sonnenstrahlen ist die Atmosphäre durchlässig, ...

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... die von der Erde reflektierte langwellige Wärmestrahlung hingegen wird in der Atmosphäre vom Wasserdampf und den Treibhausgasen - Methan (CH4), Distickstoffoxid bzw. Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2) - geschluckt und zum Teil zurückgeworfen.

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Dieser natürliche Effekt wird seit der Industriellen Revolution vom Menschen verstärkt. Man unterscheidet daher zwischen dem atmosphärischen und dem anthropogenen, also vom Menschen verursachten Treibhauseffekt.

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Seit den 1970er Jahren nimmt der Treibhauseffekt zu. Immer mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sorgen für eine immer stärkere atmosphärische Gegenstrahlung: Immer mehr Wärme wird von der Atmosphäre auf die Erde zurückgeworfen.

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Die Folge: Die globale Durchschnittstemperatur steigt.

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Seit den 1990er Jahren spricht auch die Politik über den Klimaschutz. Ein erster Höhepunkt war das Abkommen von Kyoto, das 1997 beschlossen wurde und 2005 in Kraft trat. Es sollte den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen, ...

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... wurde aber vom stärksten CO2-Produzenten, den USA, nie ratifiziert: Ein Fehler, für den vor allem der frühere US-Präsident George W. Bush die Verantwortung trägt.

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Doch auch der Rest der Welt versagte: Dem Kyoto-Protokoll zum Trotz ist der globale Ausstoß von CO2 nicht gesunken, sondern gestiegen. Und er steigt weiter.

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Was wir bisher an Folgen des Klimawandels erlebt haben - Überschwemmungen, Waldbrände, Trockenheit - ist wenig im Vergleich zu dem, was die Welt noch erwarten dürfte.

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Die meisten Staaten der Welt haben sich das "2-Grad-Ziel" auf die Fahnen geschrieben. Denn wenn der Klimawandel beherrschbar bleiben soll, muss die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 2 Grad begrenzt werden.

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2 Grad sind viel. Etwa 0,7 Grad haben wir schon geschafft, den größten Teil davon allein seit den 1970er Jahren; in dieser Zeit hat sich die von starker Trockenheit betroffene Landfläche verdoppelt, sagt der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Interview mit n-tv.de.

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"Schon 1,5 Grad wird in einigen Regionen tragische Folgen haben, 2 Grad wird dramatisch sein", sagt sein Kollege Malte Meinshausen.

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Bereits heute sind nach UN-Angaben etwa 90 Prozent der Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürre klimabedingt.

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Wirtschaftswissenschaftler wie der Brite Nicholas Stern haben mehrfach dargelegt, dass Klimaschutz weitaus kostengünstiger ist als der Preis des Klimawandels.

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Das Perfide: Die, die es als erstes und am schlimmsten trifft, sind die Ärmsten der Welt und tragen die wenigste Schuld am Klimawandel.

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Veränderungen gibt es aber natürlich auch in Deutschland: Es regnet seltener, dafür häufiger stark. Daher nehmen sowohl Trockenheiten als auch Überschwemmungen zu.

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Auch Stürme wird es häufiger geben. Der Orkan "Kyrill" richtete im Januar 2007 europaweit großen Schaden an. 47 Menschen kamen ums Leben. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von geschätzten 7,5 Milliarden Euro.

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Noch höher waren die Schäden beim "Jahrhunderthochwasser" 2002 an der Elbe.

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Vier Jahre nach diesem "Jahrhunderthochwasser" gab es ein weiteres, ähnlich schlimmes Hochwasser.

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Die Hitzewelle im Sommer 2003 schließlich führte laut Umweltbundesamt zu vermutlich 7000 Todesfällen.

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Die Gletscher in den Alpen haben seit Beginn der Industriellen Revolution mehr als die Hälfte ihrer Masse verloren. (Hier wird gerade der Gletscher der Zugspitze für den Sommer abgedeckt.) Das beeinträchtigt nicht nur den Tourismus; ...

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... Gletscher sind Wasserspeicher, die Flüsse speisen. So ist die Wasserversorgung von Lima (Bild) von Gletschern abhängig.

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Auch die biologische Vielfalt wird sich verändern. Pflanzen und Tiere können sich zwar anpassen, ...

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... doch nicht in diesem Tempo. Die letzte mit der heutigen Situation vergleichbare globale Erwärmung gab es vor 15.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging. Das Klima erwärmte sich damals um etwa 5 Grad.

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Diese Erwärmung fand allerdings über einen Zeitraum von 5000 Jahren statt.

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Zahlreiche Arten werden aussterben, einige abwandern, andere neu zu uns kommen. Das kann in einigen Jahrzehnten auch die Malariamücke sein.

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Bereits jetzt verbreiten sich die Zecken in Deutschland immer weiter nach Norden. Die Zahl der durch Zeckenbisse verursachten Infektionen mit FSME und Borreliose hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

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Auch für Allergiker werden die Zeiten schwerer. Es fliegen nicht nur deutlich mehr Pollen in der Luft, die Pollensaison beginnt auch immer früher und dauert wesentlich länger. Die Birke etwa blüht heute im Schnitt acht Tage länger als noch in den 1980er Jahren.

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Weitaus gefährlicher ist jedoch der Anstieg des Meeresspiegels. Gletscher, der antarktische Eisschild sowie das arktische Meereis schmelzen schneller als erwartet.

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In den letzten 15 Jahren stieg der Meeresspiegel um 3,4 Millimeter pro Jahr. Klingt nicht viel? Bis zum Jahr 2100 erwarten Klimaforscher einen Anstieg um mehr als einen Meter.

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Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter bedroht zahlreiche Inseln und Küstenregionen. Bereits jetzt sind im Gangesdelta von Bangladesch viele Millionen Menschen ständig von Hochwasser bedroht.

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Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter würde voraussichtlich ein Fünftel der Fläche von Bangladesch verschlucken.

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Für New York wurde berechnet, dass bei einem ein Meter höheren Meeresspiegel statistisch gesehen alle drei Jahre eine "Jahrhundertflut" auftreten würde, sagt Stefan Rahmstorf.

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Vollständig bedroht sind Inseln wie Tuvalu, die nur wenige Meter aus dem Pazifik ragen. Ihnen reicht das 2-Grad-Ziel nicht. Sie werden erst versalzen, dann verschwinden. Vielleicht nicht in diesem Jahrhundert, voraussichtlich jedoch im nächsten.

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Denn bei einem Meter wird es nicht bleiben: Der Meeresspiegel reagiert eher träge auf den Klimawandel. Das heißt aber auch, dass er noch jahrhundertelang weitergehen wird, wenn der Klimawandel längst gestoppt ist.

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Tuvalu und andere Inselstaaten fordern daher eine Begrenzung auf 1,5 Grad. Das jedoch ist politisch nicht durchsetzbar.

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Die Beispiele Tuvalu und Bangladesch verweisen auf eine sehr konkrete Folge des Klimawandels: Klimaflüchtlinge. Die Millionen Menschen, die vom Klimawandel bedroht sind, werden nicht zuhause bleiben und ertrinken.

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Was passiert, wenn auch die 2 Grad nicht gehalten werden? Dann drohen Rückkopplungseffekte, die allerdings kaum zu kalkulieren sind. Wissenschaftler sprechen von "tipping points", Kipp-Punkten im Klimasystem.

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Zum Beispiel der grönländische Eisschild. "Man weiß, dass die Luft pro Kilometer weiter nach unten im Schnitt 6,5 Grad wärmer wird. Wenn diese Eismasse zu stark schrumpft, wird sie komplett abschmelzen", sagt Rahmstorf. Derzeit sind es noch 3000 Meter.

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Zum Beispiel die Farbe der Welt: Eis ist weiß, Meerwasser ist dunkel. Weniger Eis bedeutet weniger Reflektion und mehr Absorbierung von Wärme. Kurz gesagt: Je weniger Eisoberfläche die Pole haben, desto schneller geht die Erwärmung voran.

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Zum Beispiel Permafrost: Die dauerhaft gefrorenen Böden in der Arktis binden eine große Menge an Methan. Tauen sie auf, wird ein sehr starkes Klimagas freigesetzt.

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Zudem wird der Boden dadurch instabil: Im Gebirge kommt es bereits vermehrt zu Bergstürzen und Murenabgängen, ...

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... in der Arktis (hier das Dorf Newtok in Alaska) versinken Straßen, Pipelines und Häuser im Boden.

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Zum Beispiel die Meeresströmungen: Bei einer Erwärmung bis 2 Grad gilt das Risiko eines Umkippens der Meeresströme als relativ gering. Bei stärkerer Erwärmung steigt auch das Risiko, dass die Meeresströme erschlaffen oder gebremst werden.

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Noch eine Zahl: 2015. In diesem Jahr muss der "CO2-Peak" erreicht sein; ab dann müssen die globalen Kohlendioxid-Emissionen kontinuierlich sinken. Malte Meinshausen hat errechnet, ...

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... dass wir bis 2050 noch rund 700 Gigatonnen CO2 ausstoßen dürfen, wenn wir das Risiko einer Erwärmung um 2 Grad auf 25 Prozent begrenzen wollen. "Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann werden wir dieses Budget noch vor 2030 aufgebraucht haben", sagt Meinshausen.

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"Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als bald eine Kehrtwende einzuleiten und dann unsere Reise in Richtung einer Zero-Carbon-Economy zu beginnen", so Meinshausen weiter.

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"Der gangbarste Weg wäre, wenn die globalen Emissionen 2015 ihren höchsten Punkt erreichen. Wenn wir erst 2020 anfangen, die Emissionen zu senken, bräuchten wir globale Reduktionen von schon mehr als 6 Prozent pro Jahr. Das wären gewaltige Einsparungen, die man sich eigentlich nicht plausibel vorstellen kann."

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Technisch wäre es kein Problem, den Klimawandel zu begrenzen.

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Noch bis 2008 hatte es so ausgesehen, als gäbe es zumindest Grund zur Hoffnung. Dann kam die Finanzkrise, und alles Gerede vom Klimaschutz war Schnee von gestern.

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Das Problem ist: Wenn sich viel ändern muss, gibt es viele, die ihre Interessen gefährdet sehen. Dass beispielsweise der Bundesverband Braunkohle zur Lobby der Leugner gehört, wird niemanden überraschen.

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"CO2 ist ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre", heißt es auf der Internetseite des Verbands. "Zusammen mit anderen Treibhausgasen (z.B. Methan) verhindert es, dass zu viel Wärme in den Weltraum zurückstrahlt, und sorgt somit für die zum Leben notwendigen Temperaturen auf der Erde."

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Im Dezember 2009 wollte die Welt in Kopenhagen den Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll aushandeln. Das Ergebnis enttäuschte selbst hartgesottene Pessimisten.

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"Wir hatten drei Messlatten formuliert", sagte Christoph Bals von Germanwatch nach der Konferenz im Interview mit n-tv.de: "Reduktionsziele, Finanzzusagen und rechtliche Verbindlichkeit. Bei keinem der drei Kriterien hat der Gipfel geliefert, was er hätte liefern müssen."

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Die Zeit wird knapp. Auch die UN-Klimakonferenzen Ende 2010 in Mexiko und 2011 in Südafrika brachten keine relevanten Ergebnisse.

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Nicht viel anders 2013 in Warschau. Dort einigte man sich darauf, alle wesentlichen Entscheidungen auf 2016 zu vertagen. Schon 2015 jedoch soll ein globaler Klimavertrag unterschrieben werden - der 2020 in Kraft tritt.

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Dabei ist seit langem klar, was getan werden muss: Der CO2-Ausstoß muss drastisch runtergefahren werden. Es kann nicht weitergehen wie bisher. (Text: Hubertus Volmer)

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01.08.2010 Politik Klimawandel Nicht mehr viel Zeit bis 2015

Quelle: n-tv.de , jmü/dpa/rts/AFP

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