Freitag, 21. Januar 2022

"ntv Frühstart" mit CDU-Chef Laschet: Merkel wird nicht Ehrenvorsitzende

Ehrenvorsitz der CDU - nach 16 Jahren als Kanzler bekleidete Helmut Kohl dieses Amt, nach 16 Jahren Merkel wird es das wohl nicht geben. Es passe nicht mehr in die Zeit, sagt Noch-Parteichef Laschet im Frühstart, und dass Merkel selbst das auch so sehe.

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft für die Union wird Angela Merkel wohl nicht Ehrenvorsitzende der CDU. Die ehemalige Regierungschefin sei zu der Entscheidung gekommen, es passe nicht mehr in die Zeit, sagte Armin Laschet am voraussichtlich letzten Tag seiner Amtszeit als CDU-Parteichef im "ntv-Frühstart". "Wir haben keinen Ehrenvorsitzenden. Das ist eine Tradition von früher, die es jetzt auf der Bundesebene nicht gibt", so Laschet. Der letzte Ehrenvorsitzende sei Helmut Kohl gewesen, "der dann vom Ehrenvorsitz zurückgetreten ist".

Am Samstag stellt sich die CDU - vier Monate nach dem Wahldesaster bei der Bundestagswahl - mit einer neuen Parteispitze auf. In einem Online-Parteitag soll Friedrich Merz zum neuen Vorsitzenden gewählt und somit Nachfolger von Armin Laschet werden.

Der scheidende Parteichef rief seine Partei dazu auf, zusammenzuarbeiten. "Mit Geschlossenheit kann man Wahlen gewinnen. Das müssen wir auch wieder lernen", sagte Laschet. Das Jahr 2021 sei ein Jahr des Auf und Abs gewesen, jetzt beginne die Neuaufstellung. Friedrich Merz habe bei der Mitgliederbefragung 60 Prozent erhalten. "Das ist eine Riesen-Rückendeckung", so Laschet, der ab morgen nur noch Abgeordneter im Bundestag sein wird.

Er räumte Mitschuld am Misserfolg im Wahljahr 2021 ein: "Natürlich gab es meine persönlichen Fehler, da gibt es ja gar nichts zu diskutieren." Aber es sei auch ein schwieriges Jahr gewesen. Corona, die Maskenaffäre, der chaotische Rückzug aus Afghanistan, "wo auch viele Menschen das Vertrauen in Politik verloren haben". Mit Blick auf die Partei-Konkurrenz erkannte er an: "Die SPD hat uns vorgemacht: Mit Geschlossenheit kann man Wahlen gewinnen. Innerhalb des Wettbewerbs innerhalb der SPD hatten viele Olaf Scholz bekämpft, auch sehr energisch bekämpft. Aber ab der Sekunde, wo er als Kanzlerkandidat ausgerufen wurde, stand die Partei zusammen." Für die Zukunft müsse die CDU das wieder lernen. "Wähler wählen keine zerstrittene Partei."

Mit Blick auf die Schwesterpartei CSU wünscht sich Laschet von seinem Nachfolger, "dass der neue Parteivorsitzende da ein neues Verhältnis findet". Man habe im vergangenen Jahr viel zusammen gemacht, sich einmal pro Woche zusammengeschaltet mit Partei- und Fraktionschefs, viel gemeinsam abgestimmt, aber "die Geschlossenheit kann noch besser werden", so Laschet. Wenn Söder und Merz das nun besser machen wollten, wünsche er viel Erfolg. "Ohne wird die Union nicht wieder auf die Füße kommen".

Quelle: ntv.de , fni

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