Dienstag, 16. November 2021

Mit 120 km/h bei Tempo 70 Rasender Amthor muss Führerschein abgeben

Amthor verlor bei der Bundestagswahl 2021 sein Direktmandat, zog aber über die Landesliste erneut ins Parlament ein.

(Foto: imago images/Christian Thiel)

Philipp Amthor möchte offenbar über einen Chauffeur nachdenken. Nicht nur aus Gründen der Bequemlichkeit, sondern auch, weil sich der CDU-Politiker nicht zum ersten Mal ein Fahrverbot eingehandelt hat. Der 29-Jährige soll 50 Kilometer pro Stunde zu schnell gefahren sein.

Philipp Amthor ist vom Amtsgericht Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern verurteilt worden, weil er mit seinem Auto deutlich zu schnell unterwegs war. Der CDU-Politiker muss seinen Führerschein für einen Monat abgeben und zusätzlich eine Geldstrafe von 450 Euro zahlen, wie der Norddeutsche Rundfunk mit Verweis auf einen Sprecher des Amtsgerichts berichtet. Der Fall ist demnach vor Gericht verhandelt worden, weil Amthor das auferlegte Bußgeld nicht akzeptieren wollte. In einem Abschnitt mit 70 Kilometern pro Stunde als erlaubter Höchstgeschwindigkeit soll der 29-Jährige im vergangenen Jahr mit rund 120 km/h geblitzt worden sein. Das Urteil gegen den Chef der CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern im Bundestag ist noch nicht rechtskräftig.

Dem "Nordkurier" gegenüber wehrte er sich gegen Berichte, er habe sich "uneinsichtig gezeigt" und "behauptet, nicht der Fahrer des Wagens gewesen zu sein". Das stimme beides nicht. "Man ärgert sich natürlich, wenn man zu schnell fährt", sagte er und fügte hinzu: "Natürlich reklamiere ich dabei keine Sonderrechte auf zu schnelles Autofahren." Dem NDR zufolge ist es nicht das erste Mal, dass der CDU -Bundestagsabgeordnete sich wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen am Steuer verantworten musste: So soll er zuvor schon einmal ein Bußgeld und einen Monat Fahrverbot erhalten haben.

Allerdings behielt Amthor sich vor, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. "Es ist auch nicht unanständig, einen Bußgeldbescheid gerichtlich überprüfen zu lassen. Das steht jedermann zu", zitiert ihn das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Fahrverbot wird seinen Angaben zufolge nur rechtskräftig, wenn er keine zulässige Rechtsbeschwerde einlegen würde. Ob er zur Vermeidung künftiger weiterer Delikte einen Chauffeur beschäftigen wolle, beantwortete Amthor gegenüber der "Ostsee-Zeitung" so, dass er darüber nachdenken werde: "Es kommen Zehntausende Kilometer im Jahr zusammen, die ich für den Wahlkreis unterwegs bin."

Amthor gegen schärfere Strafen für Temposünder

Amthor, der sagt, gerne Auto zu fahren und im Frühjahr 2020 erklärte "Autofahren bedeutet für mich Freiheit", sprach sich in der Vergangenheit gegen die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen aus und lehnte auch die härten Strafen bei der Novellierung der Straßenverkehrsordnung für zu schnelles Fahren ab. Der Gesetzgeber sei da "über das Ziel hinausgeschossen", so Amthor gegenüber dem "Mobil in Deutschland-Magazin".

Der 29-jährige Philipp Amthor sitzt seit 2017 im Bundestag, damals hatte er im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern-Greifswald II mit 31,2 Prozent der Erststimmen das Direktmandat gewonnen. Bei der Wahl im September dieses Jahr rutschte er deutlich auf 20,7 Prozent der Erststimmen hinter die Kandidaten von SPD und AfD ab. Als Spitzenkandidat der Landesliste zog er dennoch erneut in den Bundestag ein. Seine Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz hatte er im Sommer 2020 wegen der Affäre um seine Lobby-Tätigkeiten für das Start-up Augustus Intelligence zurückgezogen.

Quelle: ntv.de , tsi

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