Samstag, 13. November 2021

Flüchtlingskrise an EU-Grenze Syrische Airline stoppt Flüge nach Minsk

Auch über den Luftweg kommen viele Flüchtlinge nach Belarus.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir können nicht zwischen Reisenden und Migranten unterscheiden", sagt die syrische Fluggesellschaft Cham Wings. Die private Airline stoppt daher alle Flüge in die belarussische Hauptstadt. Derweil will Putin zwischen Belarus und der EU vermitteln.

Die private syrische Fluggesellschaft Cham Wings stellt ihre Flüge nach Belarus wegen der aktuellen Flüchtlingskrise ein. Die Verbindung nach Minsk werde ab sofort eingestellt, weil die Airline bei den Passagieren "nicht zwischen Reisenden und Migranten unterscheiden" könne, erklärte die Fluggesellschaft. Die EU beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, als Vergeltung für EU-Sanktionen Menschen aus Ländern wie Syrien und dem Irak gezielt ins Land zu locken und dann an die Grenzen der EU-Staaten Lettland, Litauen und Polen zu schleusen.

"Wegen der schwierigen Lage an der Grenze zwischen Belarus und Polen und weil die meisten der Reisenden auf unseren Flügen nach Minsk syrische Staatsbürger sind, haben wir entschieden unsere Flüge nach Minsk einzustellen", erklärte Cham Wings. Tausende Menschen vor allem aus dem Nahen Osten sitzen derzeit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen fest.

Am Freitag hatte bereits die türkische Regierung für Menschen aus Syrien, dem Irak und dem Jemen die Weiterreise nach Belarus verboten. Die Fluggesellschaft Turkish Airlines bietet eine der am häufigsten genutzten internationalen Verbindungen nach Minsk an.

Putin als Streitschlichter

Angesichts der angespannten Situation an der EU-Außengrenze hofft Russlands Präsident Wladimir Putin auf einen direkten Dialog zwischen Deutschland und dem autoritär geführten Belarus. "Ich habe es aus Gesprächen mit Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko und Kanzlerin (Angela) Merkel so verstanden, dass sie bereit sind, miteinander zu sprechen", sagte Putin in einem Interview, das am Samstag im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.

Wegen der Krise um die Migranten hatten Merkel und Putin mehrfach miteinander telefoniert. Dabei bat die Kanzlerin den Kremlchef um ein Eingreifen in den Konflikt. Später hatte der Kreml mitgeteilt, dass Moskau sich um eine Lösung bemühen wolle.

Zu Putins Vorschlag eines Gesprächs zwischen Merkel und Lukaschenko sagte ein Sprecher der Bundesregierung: "Über Telefonate informieren wir grundsätzlich, nachdem sie stattgefunden haben."

Quelle: ntv.de , hny/AFP/dpa

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