Politik
16.05.2020

RTL/ntv Trendbarometer Vertrauen in Merkel wächst weiter

Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

(Foto: AP)

Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

(Foto: AP)

Der Corona-Kurs überzeugt. Zwar treffen sich auch am Samstag wieder Maßnahmenkritiker und Verschwörungsgläubige zu Anti-Corona-Demos. Aber das Trendbarometer zeigt: Der Kanzlerin und der Bundesregierung vertrauen so viele Deutsche wie lange nicht mehr.

Das Vertrauen in Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in den vergangenen Monaten enorm gewachsen. Laut RTL/ntv Trendbarometer haben aktuell 72 Prozent der Deutschen "großes Vertrauen" in die Regierungschefin. Das ist eine Steigerung um 22 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar-Wert. Die gesamte Bundesregierung kommt bei der Vertrauensfrage auf 60 Prozent Zustimmung, die Steigerung ist allerdings noch deutlicher - 26 Prozent.

Das Ergebnis spricht dafür, dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sich von den derzeit vor allem im Internet grassierenden Verschwörungstheorien in Bezug auf die Corona-Pandemie nicht beeindrucken lassen. Unter anderem wird in sozialen Netzwerken häufig behauptet, das Virus sei ungefährlich und nur ein vorgeschobener Grund, um demokratische Rechte dauerhaft abzuschaffen. Auch an diesem Samstag finden in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Schutzmaßnahmen statt, an denen Kritiker der Beschränkungen, aber auch Verschwörungsgläubige und Rechtsgesinnte teilnehmen.

Vertrauen in die EU sinkt

In der Corona-Krise ist das Vertrauen zu allen politischen Institutionen deutlich gestiegen, lediglich die Europäische Union hat sogar drei Punkte eingebüßt und kommt gegenwärtig nur noch auf 37 Prozent. Am glaubwürdigsten erscheint den Deutschen nach wie vor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der mit 76 Prozent den höchsten Wert erreicht, jedoch damit nur noch knapp vor der Kanzlerin liegt.

Bedauerlich für Angela Merkel: Nicht alle, die ihr gegenwärtig vertrauen, möchten sie auch wählen. In der Frage der Parteivorlieben rutscht die Union von der 40 Prozent-Marke, die sie am vergangenen Samstag erstmals seit 2017 wieder erreicht hatte, zurück auf 39 Prozent. Koalitionspartner SPD hält sich bei 15 Prozent, wie schon in der Vorwoche.

Für die Grünen gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Nachdem sie im April für mehrere Wochen unter den Wert der SPD gerutscht waren, sind sie in der aktuellen Umfrage wieder zweitstärkste Partei, wenn auch nur knapp - mit 16 Prozent. Zuletzt hatten die Grünen als erste Bundestagspartei im Internet einen Parteitag durchgeführt. Dabei hatten sie einen Leitantrag verabschiedet, der Vorschläge zum Umgang mit der Pandemiegefahr und der Gestaltung der umfangreichen Wirtschaftshilfen macht. So wollte die Partei sich in der aktuellen politischen Debatte wieder Gehör verschaffen. Das könnte zumindest im Ansatz gelungen sein.

Aufatmen für die FDP

Die Liberalen können aufatmen: Sie halten sich in der vierten Umfrage in Folge bei sechs Prozent. Anfang der Woche hatte FDP-Chef Christian Lindner noch erklärt, der ehemalige Thüringer Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich beschädige Anliegen und Ansehen der Partei. Auch andere Köpfe der Liberalen hatten befürchtet, Kemmerich habe mit seiner Teilnahme an einem Anti-Corona-Protest der Partei Schaden zugefügt. Aus dieser Erwartungsperspektive sind gleichbleibende sechs Prozent ein beruhigendes Ergebnis.

Die Linken kehren nach einer kurzen Delle aus der vergangenen Woche wieder auf ihren angestammten Acht-Prozent-Platz zurück, während die AfD einen Punkt einbüßt und in dieser Woche bei neun Prozent Zustimmung liegt. Ob sich der Rauswurf des nun ehemaligen Brandenburger Landesparteichefs Andreas Kalbitz auf die Zustimmungswerte der Partei auswirkt, wird erst das Trendbarometer der kommenden Woche zeigen. Kalbitz war am Freitag aus der AfD ausgeschlossen worden, weil er frühere Kontakte ins rechtsextreme Milieu verschwiegen hatte.

Quelle: ntv.de , fni

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