Ratgeber
23.05.2018

Kritik der Stiftung Warentest Glyphosat in alkoholfreiem Bier gefunden

Glyphosat in alkoholfreiem Bier führte bei Holsten sogar zur Abwertung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Glyphosat in alkoholfreiem Bier führte bei Holsten sogar zur Abwertung.

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Die Stiftung Warentest nimmt alkoholfreie Biere unter die Lupe und findet Rückstände des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Besonders zwei bekannte Marken ernten dafür reichlich Kritik.

Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden sich in vielen alkoholfreien Bieren. Das ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest von 20 alkoholfreien Bieren. Abgesehen von zwei Bio-Bieren fanden die Tester in allen Produkten das umstrittene Pflanzenschutzmittel - in Flensburger Frei und Holsten Alkoholfrei sogar so viel, dass diese im "test"-Qualitätsurteil abgewertet wurden. Immerhin neun Sorten wurden aber insgesamt als gut bewertet. Den Testsieg konnte das Warsteiner Alkoholfrei Pilsener für sich verbuchen ("gut, 2,1).

Ob Glyphosat krebserregend ist, wird von Fachinstituten unterschiedlich bewertet. Solange das Risiko nicht abschließend geklärt sei, sollten Brauereien zum Schutz der Verbraucher den Glyphosatgehalt in ihren Getränken senken, fordert "test" in seiner Juni-Ausgabe.

Das Holsten-Bier erhielt mit "ausreichend" die schlechteste Note im Test. Neben dem hohen Glyphosatwert enthielt es - wie drei weitere Biere - einen hohen Anteil an Kohlensäure, die nicht aus Gärungs-, sondern aus Verbrennungsprozessen stammt. Geschmacklich und chemisch mache dies zwar keinen Unterschied, streng genommen handele es sich aber um einen Verstoß gegen das deutsche Reinheitsgebot für Bier, bemängelten die Tester.

Craft-Bier gewinnt Geschmackswertung

Die Untersuchung ergab, dass sogenannte Craft-Biere im Vergleich zu herkömmlichen Bieren ein Vielfaches des problematischen Stoffs Nitrat enthalten. In Sachen Geschmack habe aber eines der beiden getesteten alkoholfreien Craft-Biere die beste Wertung bekommen.

Dem Test zufolge ist jedes zweite Bier gut als Durstlöscher im Alltag geeignet. Es lohne sich jedoch, den Kaloriengehalt zu vergleichen, der sich stark unterscheide. Die Tester weisen außerdem darauf hin, dass auch alkoholfreies Bier bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten dürfe. Wer definitiv keinen Alkohol zu sich nehmen wolle - etwa schwangere Frauen, sollte daher ein 0,0%-Bier wählen. Alle Biere mit dieser Aufschrift seien frei von Alkohol gewesen, hob die Stiftung Warentest hervor.

Wenn es etwas gibt, worauf die Deutschen neben ihren Autos besonders stolz sind, dann ist es das Bier - ihr Nationalgetränk.

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Weit mehr als 1300 Brauereien gibt es hierzulande, zwischen 5000 und 6000 verschiedene Biere stellen sie her - einmalig auf der Welt. Die älteste noch bestehende Brauerei ...

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... soll die des Benediktinerklosters Weihenstephan sein (Bild: Sudkessel in der Brauerei Weihenstephan in Freising). 1040 erhielt sie vom Bischof die erste offizielle Braubefugnis. Allerdings wird deren Echtheit heute angezweifelt.

Die Geschichte des Bieres ist aber viel, viel älter. Sie beginnt …

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… vor rund 6000 Jahren im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Die Sumerer entdeckten damals wohl aus purem Zufall den Gärungsprozess mithilfe von Wasser und Brot. Das dabei entstandene Gebräu, wohl ein Gerstensud, wurde als Medizin verwendet und gilt heute als erstes Bier.

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Das entsprechende "Rezept" machte die Runde. Bei Ausgrabungen in der Nähe von Kairo entdeckten Archäologen der Universität Yale eine rund 4500 Jahre alte Brauerei. Auf Steintafeln ist hier in Hieroglyphen ein sumerisches Bierbrau-Rezept hinterlegt. (Bild: beschrifteter Nagel aus Ton aus der Sumerer-Zeit)

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Die Babylonier, deren Kultur auf der der Sumerer fußt, entwickelten deren Brauverfahren weiter: Sie kamen auf immerhin 20 verschiedene Biersorten. Diese waren trüb und ungefiltert und wurden bereits "exportiert", bis nach Ägypten. (Bild: Siegel aus der Zeit der Babylonier)

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Im September 2018 gaben Archäologen allerdings bekannt, dass sie bei Ausgrabungen in der Höhle von Rakefet südlich von Haifa die vermutlich älteste Brauerei der Welt entdeckt hätten: Hinweise auf eine rund 13.000 Jahre alte Produktionsstätte für Alkohol. Daher ist Bier vielleicht sogar noch weit älter als die zuvor angenommenen 6000 Jahre.

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Vieles spricht heute dafür, dass das Bier als solches nicht nur einen Erfinder oder ein Erfindervolk hat, sondern ...

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... dass nahezu jede Kultur ihr eigenes Bier entdeckt oder entwickelt hat. Ein Beispiel hierfür ist das Reisbier Asiens.

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Als Julius Cäsar seine Legionen durch halb Europa führte, waren auch immer mehrere Fässer Bier mit dabei. Diesmal diente es aber nicht als Medizin, sondern vielmehr als Nahrung.

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Diesen Umstand verdankt das Bier wohl auch seine Verbreitung hierzulande: Im frühen Mittelalter griffen die Mönche in den Klöstern auf das Gebräu zurück. Beliebt war es vor allem in der Fastenzeit, ...

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... denn es galt der Leitsatz: Liquida non frangunt leunum (Flüssiges bricht das Fasten nicht). Die Möglichkeit des ganzjährigen Konsums sorgte für eine ständige Weiterentwicklung der Braukunst und …

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… für einen Boom der Brauereien: In der Zeit Karls des Großen, um 800 nach Christus, gab es allein in Bayern etwa 300 Klosterbrauereien. (Braukessel in der Klosterbrauerei in Weltenburg)

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Laut Chronisten durften die Mönche mancherorts bis zu fünf Maß, also fünf Liter Bier am Tag trinken.

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Nach und nach fingen die Klöster an, das Bier nicht nur für den Eigengebrauch zu brauen, sondern auch zu verkaufen. Gegen eine Gebühr durften sie ihre Gerstensäfte gewerblich vertreiben. (Fasspichen in der Klosterbrauerei Reutberg in Sachsenkam)

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So verbreitete sich das Bier immer weiter, gelangte in die Städte und dort ...

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... wurde die Braukunst wiederum weiterentwickelt: neue Rezepturen entstanden, mancherorts wurde erstmals Hopfen zugesetzt.

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Dadurch schmeckt das Bier nicht nur würziger, es ist auch haltbarer und kann so über weite Strecken transportiert werden.

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Mit dem Hopfen kam auch das Reinheitsgebot. Es geht auf den bayerischen Herzog Wilhelm IV. zurück, der mit seinem Erlass die Qualität des Bieres dauerhaft sichern wollte.

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Gerste, Hopfen und reines Wasser sind als Zutaten erlaubt. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Weizen und Roggen sollten den Bäckern vorbehalten bleiben.

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Das Reinheitsgebot wurde am 23. April 1516 erlassen. An diesem Datum wird jedes Jahr der "Tag des deutschen Bieres" gefeiert.

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Der Internationale Tag des Bieres findet jährlich am ersten Freitag im August statt.

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Aus dem Braugewerbe wurde mehr und mehr ein eigener Wirtschaftszweig - und der florierte. Mancherorts waren die Brauereien die wichtigsten Finanzquellen.

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Besonders groß in Bier machte um das Jahr 1300 die Stadt Bremen. Von dort wurde das Gebräu etwa nach Holland, England oder Skandinavien exportiert.

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Um 1500 nannte sich dann Hamburg "Brauhaus der Hanse", kein Wunder bei rund 600 Brauereien. Die Hanse verschiffte das Bier bis nach Indien.

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Auf eine alte Brautradition kann auch Berlin zurückblicken: ...

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Friedrich Wilhelm I. machte den Gerstensaft dort zu Beginn des 18. Jahrhunderts hoffähig.

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Das ist auch in etwa die Zeit, als das Bier in Deutschland zu seinem großen Siegeszug ansetzte.

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Die Voraussetzungen dafür lieferte die industrielle Revolution. Sogenannte Dampfbierbrauereien entstanden. Noch viel wichtiger als die Wattsche Dampfmaschine waren aber zwei andere, etwas spätere Erfindungen: ...

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... Louis Pasteur entdeckte die nach ihm benannte Pasteurisierung, das Abkochen von Flüssigkeiten, durch das sie haltbarer gemacht werden.

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Die Erfindung einer Kältemaschine durch Carl von Linde 1873 sorgte dann dafür, dass das Brauen unabhängig von der Außentemperatur erfolgen und dass das Bier zudem durch die konstant niedrigen Temperaturen noch länger gelagert werden kann.

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Obergäriges Bier wie das Alt, …

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… Kölsch …

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… oder das Stout benötigen, um gut zu schmecken, 15 bis 20 Grad Celsius bei der Gärung, …

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… untergäriges Bier wie etwa Helles, Pils oder …

… Schwarzbier braucht etwa 4 bis 10 Grad Celsius.

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Untergärige Biere sind die heute weltweit am häufigsten getrunkenen Biere. Bei ihnen sinkt die Hefe beim Gärungsprozess nach unten.

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Sie brauchen dadurch eine längere Zeit zum Reifen, sind aber gleichzeitig länger haltbar ...

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... als obergärige Biere, bei denen sich die Hefe bei der Gärung an der Oberfläche absetzt. Ihr Alkoholgehalt ist in der Regel etwas höher als bei untergärigen Bieren.

Auch heute wird der Brauprozess immer weiter verfeinert und verbessert. Neue Werkstoffe finden den Weg in den Brauprozess: statt Kupfer …

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… beispielsweise Edelstahl.

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Die Lagerung in Holzfässern gehört der Vergangenheit an. Ressourcen …

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… werden geschont: Brauchte ein Brauer vor etwa zehn Jahren noch für einen Liter Bier 8 bis 10 Liter Frischwasser, sind es heute …

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… gerade noch rund 3,5 Liter. Und noch ein weiterer Fakt lässt aufhorchen: …

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… Der Anteil der Mehrwegverpackungen liegt in der Braubranche bei 80 bis 85 Prozent. Laut deutschen Brauern ein absoluter Spitzenwert in der Getränkeindustrie. Der Mammutanteil …

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… liegt dabei bei den Glasflaschen.

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Und wenn man bedenkt, dass jeder Deutsche laut Statistik pro Jahr rund 107 Liter Bier trinkt, (Stand: 2014)…

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… kommt da einiges an Schlepperei zusammen. Noch schlimmer dran sind die …

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… Tschechen. Deren Pro-Kopf-Verbrauch ...

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... liegt bei 144 Litern Bier pro Jahr. (Stand: 2013)

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Allerdings: Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Im Jahr 2014 flossen in Deutschland pro Tag durchschnittlich 22 Millionen Liter Bier durch durstige Kehlen, insgesamt 8 Milliarden Liter.

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2011 waren es noch rund 8,3 Milliarden Liter. Die Zahlen enthalten auch Biermischungen. Alkoholfreies Bier und Malztrunk zählen nicht dazu.

Darauf erst einmal …

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… ein kühles Blondes. Prost!

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05.08.2016 Panorama Hopfen, Malz und Wasser Die Geschichte des Bieres

Quelle: n-tv.de , vpe/AFP

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