Sonntag, 18. Juli 2021

Schrittweise Anhebung Opec+ einigt sich auf höhere Förderquoten

Ein Ausweg aus dem Streit um Fördermengen ist nach mehreren gescheiterten Gesprächsrunden gefunden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Da sich die Wirtschaft allmählich von der Corona-Pandemie erholt, steigt auch der Bedarf an Öl. Nach mehreren Anläufen können sich die großen Erdölexporteure nun auf eine neue Förderpolitik einigen. Was das für die Heizöl- und Spritpreise bedeutet, ist offen.

Das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) haben sich angesichts der Erholung der Weltkonjunktur auf eine deutliche Erhöhung der Ölproduktion geeinigt. Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion um jeweils monatlich 400.000 Barrel (je 159 Liter) steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem Online-Ministertreffen mit. Damit sollen die Kapazitäten, die sie zu Beginn der Pandemie gekürzt hatten, wiederhergestellt werden.

Mit der Einigung ist der Streit zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, an dem die Gespräche vor zwei Wochen gescheitert waren, vom Tisch. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten auf eine höhere Förderquote für sich gepocht. Die Opec+ vereinbarte zudem, die Entwicklung im Dezember 2021 erneut genauer zu analysieren.

Da sich die Wirtschaft allmählich von der Corona-Pandemie erholt, steigt auch der Bedarf an Öl. Wegen des Disputs zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten waren die Produktionsbeschränkungen zuletzt in Kraft geblieben. Die Folge: Der mögliche Angebotsengpass peitschte die Ölpreise zwischenzeitlich kräftig nach oben.

Die Aussicht auf ein Opec-Abkommen und eine Rückkehr des Angebots hatte zuletzt aber wieder für einen Rückgang der Ölpreise gesorgt. Brent, die internationale Benchmark, und West Texas Intermediate sind seit dem saudi-emiratischen Kompromiss am Mittwoch bereits beide um etwa 5 Prozent gefallen.

Die Folgen der Einigung für die Bezieher von Heizöl und für die Autofahrer sind noch schwer abzusehen. Sprit ist inzwischen schon so teuer wie zuletzt im Herbst 2018. Im Vergleich zum von der Corona-Krise geprägten Sommer 2020 kostet Kraftstoff gut 20 Prozent mehr.

Zur Opec gehören unter anderem Saudi-Arabien, der Irak und der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Nigeria. Zu den Partnerländern Opec+ zählen unter anderem Russland, Kasachstan und Mexiko.

Quelle: ntv.de , ddi/rts

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