"Was für ein Junge"

Zwei Pünktchen retten Vettel noch vorm Rekord-Verlust

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Kimi Antonelli wird Sebastian Vettel in den Rekordbüchern ablösen. (Foto: picture alliance / DPPI media)
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26.10.2026 | 09:39 Uhr
Er siegt auch beim Grand Prix in Texas, aber Weltmeister ist Kimi Antonelli noch nicht. Für den Mercedes-Piloten reicht es ganz knapp nicht. Doch schon beim nächsten Rennen wird Sebastian Vettel einen Rekord abtreten müssen.

Kimi Antonellis Jubelschrei über Funk hatte schon Weltmeister-Format, seine Fahrt erst recht. Trotz eines famosen Siegs beim Großen Preis der USA reichte es aber noch nicht für die Krönung zum jüngsten Titelträger der Formel 1. Er ballte immer wieder die Fäuste, als er aus seinem Mercedes stieg und sprang sogar über die Absperrung zu seiner Crew. Denn alle wissen: In Mexiko-Stadt am kommenden Sonntag reicht Antonelli schon Platz neun zum WM-Triumph - im Gegensatz zu Austin kann er dort mit seinen 20 Jahren auch mit Schampus anstoßen. "Wir sind knapp davor, hoffentlich können wir es bald klarmachen", sagte Antonelli.

Er lieferte auf dem Circuit of The Americas im Mercedes eine weitere beeindruckende Kostprobe seines Ausnahmekönnens und feierte von der Pole aus bereits seinen neunten Saisonsieg in der Formel 1. "Das war ein Ergebnis, das wir gebraucht haben, das ganze Team", sagte er, bevor er die Trophäe in Longhorn-Design passend zum Rennen in Texas überreicht bekam.

"Was für ein Junge", sagte Teamchef Toto Wolff: "Es ist unglaublich. Er hat es total kontrolliert." Dass es mit der WM-Trophäe in Austin noch nicht klappte, lag am achten Platz von Russell. Der Brite hätte nicht über Rang neun hinauskommen dürfen. Zudem schaffte es Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari auf Platz vier - er hätte nur Fünfter werden dürfen, um die Titelvergabe an den 20 Jahre alten Antonelli nicht zu verhindern.

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"Faszinierend lässig" - Antonelli bringt Danner zum Schwärmen

Mit 365 Punkten hat Antonelli nun aber 123 Punkte mehr als Russell. Damit reicht Antonelli schon am kommenden Sonntag in Mexiko-Stadt der neunte Platz, um sich mit 20 Jahren und 68 Tagen zum jüngsten Weltmeister der Geschichte zu krönen. Er würde dann Sebastian Vettel ablösen, der 2010 beim ersten seiner insgesamt vier WM-Titel 23 Jahre alt gewesen war.

Antonelli macht keine Fehler

Ein wenig angespannt wirkte Antonelli schon vor dem Start. Erst zur vergangenen Saison stieg er in die Formel 1 ein. Das erste Jahr lief nicht wie erhofft. Aber der junge Italiener erwies sich als Turbo-Lerner, Teamchef Wolff verglich ihn schon mit einem KI-Agenten.

Und auch in Texas zeigte er, warum Wolff zu diesem Schluss gekommen war. Antonelli siegte, weil er im Qualifying entgegen aller Erwartungen eine Fabelrunde für die Pole-Position auf den Circuit of The Americas brannte, weil er im Rennen herausragend startete, in der Folge keine Fehler machte und sein Team eine erfolgreiche Ein-Stopp-Strategie fuhr. 

Als Minuten vor dem Erlöschen der Roten Ampeln die amerikanische Hymne für Gänsehaut-Atmosphäre auf dem Circuit of The Americas sorgte, blickte Antonelli angespannt und kurz auf den Boden. Die silberne Kühlweste war vermutlich in dem Moment das Coolste beim Italiener. Seit über 70 Jahren wartet seine Heimat auf den nächsten Formel-1-Weltmeister. 1953 hatte es Alberto Ascari geschafft. Lobeshymnen begleiten Antonelli in diesem Jahr, wann und wo er auch fährt.

Bei aller Anspannung - Antonelli und seinem Team war klar, dass er es nicht unbedingt bei seiner ersten Gelegenheit perfekt machen musste. "Es ist eigentlich unrealistisch", sagte Wolff vor dem Start bei Sky. Doch in Texas ist es nun überaus realistisch. Und Vettel wird seinen Rekord abgeben müssen. Die Fiesta Mexicana für Antonelli und Mercedes kann kommen.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid