"Wow, wow, wow"

Bayern-Star Harry Kane gewinnt den Ballon d'Or

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Harry Kane gewinnt auch den Preis als bester Angreifer. (Foto: Action Images via Reuters)
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26.10.2026 | 23:50 Uhr
Erstmals seit Karl-Heinz Rummenigge 1981: Der FC Bayern hat wieder einen Ballon-d'Or-Gewinner in seinen Reihen. Bei der Gala in London wird der englische Fußballstar Harry Kane mit dem prestigeträchtigen Preis ausgezeichnet. Bei den Frauen gewinnt erneut Alexia Putellas.

Harry Kane schlug die Hände vors Gesicht, dann holte sich der Stürmerstar des FC Bayern die Gratulationen ab. "Wow, wow, wow", sagte der Engländer auf der Bühne und pausierte kurz: "Ich bin fast sprachlos. Danke an alle." Der 33-Jährige hat eine außergewöhnliche Saison vergoldet und sich mit dem Gewinn des Ballon d'Or zum Weltfußballer gekrönt. Der Torjäger stach bei der prestigeträchtigen Wahl zum Weltfußballer unter anderem WM-Rekordtorschütze Kylian Mbappé, Weltmeister Lamine Yamal oder Lionel Messi aus. Kane wurde zudem als Stürmer des Jahres mit der Gerd-Müller-Trophäe ausgezeichnet.

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Der Moment, in dem Harry Kane den Ballon d'Or gewinnt

Bei den Frauen setzte sich die spanische Ausnahmefußballerin Alexia Putellas bereits zum dritten Mal durch. Die 32-Jährige, die bereits 2021 und 2022 mit dem prestigeträchtigen Preis geehrt worden war, hatte den FC Barcelona in der vergangenen Saison zum Gewinn der Champions League, der Meisterschaft und des nationalen Pokals geführt. Bei der Journalistenwahl setzte sie sich unter anderem gegen die deutsche Nationalspielerin Klara Bühl vom FC Bayern durch.

Putellas hatte in der vergangenen Saison in ihren insgesamt 53 Spielen 26 Tore erzielt. Im Sommer war sie nach England zu den London City Lionesses gewechselt. Die Spanierin gehört seit Jahren zur Weltspitze. Sie gelte als "eine der herausragendsten offensiven Mittelfeldspielerinnen ihrer Generation", schrieben die Organisatoren des Preises - das Fachmagazin "France Football" und die Europäische Fußball-Union UEFA.

Hoeneß: "Ich bin verrückt nach Harry Kane"

Kane, der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, hatte in einer außergewöhnlichen Saison für den FC Bayern und die "Three Lions" unfassbare 73 Tore in 65 Pflichtspielen erzielt, davon alleine 61 in 51 Partien für die Münchner. Mit dem Rekordmeister gewann Kane das Double. England führte er bei der WM auf Platz drei. "Dass ich hier in London bin, hat das Ganze zu etwas ganz Besonderem gemacht. Es war für mich heute Abend ein gutes Omen", sagte Kane mit zittriger Stimme, der Angreifer war den Tränen nahe.

Kane ist der erste Engländer, dem die Trophäe als Weltfußballer (seit 2007) verliehen wurde. Ein deutscher Profi gehörte nicht zu den 30 Nominierten. Aus Deutschland hatten bisher Gerd Müller (1970), Franz Beckenbauer (1972 und 1976), Karl-Heinz Rummenigge (1980 und 1981), Lothar Matthäus (1990) und zuletzt Matthias Sammer (1996, alle als Europas Fußballer des Jahres) den Ballon d'Or gewonnen. Rekordsieger ist Messi (8) vor Cristiano Ronaldo (5). Im Vorjahr setzte sich der Franzose Ousmane Dembélé durch.

Vor der Wahl hatte es zahlreiche Lobeshymnen auf Kane gegeben. Für Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen ist er "ein Weltstar ohne Allüren und gleichzeitig ein Gentleman, der auf und neben dem Platz ein herausragendes Vorbild darstellt". Rummenigge würdigte den vielseitigen Angreifer als "Quarterback" und als "Gegenentwurf" des modernen, viel zu oft auf bloße Inszenierung bedachten Fußballers. Kane sei "eine Galionsfigur unseres Vereins", so Uli Hoeneß: "Ich bin verrückt nach Harry Kane."

Berger schrammt wieder an der Auszeichnung vorbei

Tatsächlich hatten Kanes Konkurrenten - vor allem Yamal und Mbappé - vor der Verleihung wortgewaltig Eigenwerbung betrieben. Kane ließ lieber seine Taten und andere für sich sprechen. Und profitierte dabei auch von einem Jahr, in dem die großen Titel nicht dank herausragender Einzelkönner, sondern vielmehr von starken Mannschaften gewonnen wurden. So reichte letztlich auch "nur" das Double mit den Bayern, die sich darüber hinaus über das Ende einer Durststrecke freuen durften. Seit dem Triumph von Rummenigge 1981 hatte kein Münchner Profi den Ballon d'Or gewonnen. Nun, 45 Jahre später, ist ein Nachfolger gefunden.

Die restlichen Auszeichnungen gingen fast ausschließlich nach Spanien. Weltmeistercoach Luis de la Fuente wurde Trainer des Jahres, bei den Frauen holte Pere Romeu (FC Barcelona) den Preis. Unai Simón (Athletic Bilbao) und Cata Coll (Barcelona) sicherten sich die Torhüter-Trophäe, Yamal und Vicky López (Barcelona) sind die größten U21-Talente des Jahres. Der FC Barcelona gewann nach dem Quadrupel aus Meisterschaft, Pokal, Supercup und Champions League die Wahl zum besten Frauen-Team.

Als Männer-Mannschaft des Jahres wurde Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain ausgezeichnet. Bei den Torhüterinnen kam Ann-Katrin Berger wie im Vorjahr auf Rang zwei. Als beste deutsche Feldspielerin landete die Münchnerin Klara Bühl auf dem zwölften Platz.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid