Vom Joker zum Helden

Stuttgarts Stürmer schreibt Champions-League-Geschichte

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10.09.2026 | 05:59 Uhr
Ermedin Demirovic lässt den VfB Stuttgart nach einer Superleistung jubeln. Nach seiner Gala zum Champions-League-Start spricht der Stürmer aber auch über den torlosen Kumpel - und den spannenden Konkurrenzkampf in der VfB-Offensive.

Nach seinem historischen Dreierpack in der Champions League war Stuttgarts Torjäger Ermedin Demirovic überwältigt. "Das ist so ein Tag, den ich in meinem Leben nicht vergessen werde. Ich glaube, jeder möchte Champions League spielen, jeder träumt von Toren. Ich mache drei in einer Halbzeit. Unfassbar. Also ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin so glücklich", sagte der 28 Jahre alte Bosnier nach dem 3:1 (3:1) des VfB gegen Viking Stavanger strahlend und mit dem unterschriebenen Spielball im Arm. Es sei alles "unbeschreiblich".

Demirovic ist der erste Spieler in der VfB-Geschichte, dem in einem Spiel im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb drei Tore gelangen. Dass er dies auch noch innerhalb von zwölf Minuten erledigte, sicherte dem Bosnier in der Königsklasse einen Platz in einem illustren Kreis um Mohamed Salah, Kylian Mbappé (beide 7 Minuten), Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski (beide 11).

"Er hat Geschichte geschrieben"

Dass Demirovic im ersten Spiel der Ligaphase zum "Man of the match" gekürt wurde, war die logische Folge. "Er hat Geschichte geschrieben", lobte Trainer Sebastian Hoeneß nach den Treffern in der 20., 26 und 32. Minute. "Schön, dass er hier ist. Das ist außergewöhnlich, etwas ganz Besonderes", ergänzte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Die Treffer zwei und drei hatte der zuletzt in der Kritik stehende Deniz Undav stark vorbereitet. Dies sei "ein erstaunliches Signal", so Wohlgemuth weiter, "dass die individuelle Qualität in unserem Kader passt".

Auch der Mann des Abends stärkte dem DFB-Star den Rücken. "Zwei Tore vorzulegen, ist auch nicht selbstverständlich." Undav sei ein "Riesenspieler", über den entsprechend oft geredet werde, erklärte Demirovic. "Ich glaube, Deno wird schon immer wieder allen Kritikern den Mund zu machen."

DFB-Kandidat bekommt den Vorzug

In den ersten beiden Bundesligaspielen beim FC Bayern (1:5) und gegen den 1. FC Köln (4:1) hatte Demirovic noch auf der Bank gesessen. Hoeneß hatte dem vom VfL Wolfsburg verpflichteten Dzenan Pejcinovic, der auch im Notizbuch von Bundestrainer Jürgen Klopp steht, den Vorzug gegeben. Sogar ein kurzfristiger Abschied von Demirovic aus Stuttgart hatte im Raum gestanden.

Abgehakt. Doch auf eine Kampfansage nach seiner Gala verzichtete Demirovic. "Wir brauchen eine schlagkräftige Mannschaft. Dazu gehören drei Stürmer. Es gibt keinen Freifahrtschein, wo du jedes Spiel machst", sagte er. Vielmehr fügte der Stürmer bei DAZN an: "Egal, wer von uns spielt, wir haben eine richtige Qualität auf dem Platz. Mir geht's am Hintern vorbei, wer mein Konkurrent ist oder wie auch immer. Ich gönne ihm genauso viel wie er mir. Ich will nur das Beste, deswegen freue ich mich auch, dass er da ist." Natürlich werde von Außen "ein bisschen gestichelt, aber in der Mannschaft ist davon gar nichts zu sehen."

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa/sid