Patriots @ Seahawks: Auf einen Blick
Beide Teams mussten potenziell folgenschwere Verletzungen hinnehmen. Die Seahawks verloren direkt zu Beginn Quarterback Sam Darnold mit einer Hüftverletzung, während es bei den Patriots Wide Receiver A.J. Brown mit einer Knöchelverletzung erwischte. Beide konnten nicht weitermachen.
Während die Seahawks mit Backup-QB Drew Lock und vor allem dank Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba das Beste daraus machten, dominierte die eigene Defense nach Belieben. Unter anderem zwang sie Drake Maye zu drei Interceptions im Spiel.
Patriots @ Seahawks: Die Analyse
Das Spiel begann mit einem massiven Rückschlag für die Seahawks, die direkt im ersten Drive Quarterback Sam Darnold verloren. Bei einem Sack von Dre'Mont Jones verletzte er sich an der Hüfte und kam nicht zurück. Drew Lock übernahm mit der zweiten Serie und spielte das Spiel zu Ende.
Generell verlief das erste Viertel äußerst zäh und konservativ. Beide Seiten setzten aufs Laufspiel und gerade die Hausherren hatten mit Blitzes bei dritten Versuchen Erfolg, was auch daran lag, dass die Patriots ihnen mit zu vielen Läufen in frühen Downs in die Karten spielten. Die ersten Punkte erzielte aber dennoch New England dank eines Trickspielzugs. Quarterback Drake Maye feuerte einen Flea Flicker tief auf A.J. Brown, der den Ball zwar fallen ließ, aber von einer Pass Interference von Josh Jobe kurz vor der Endzone profitierte. Anschließend hatte Maye keine Mühe, Rookie-Tight-End Eli Raridon für den ersten Touchdown der Saison über zwei Yards zu finden.
In der Folge gelang den Seahawks offensiv weiterhin wenig, doch auch die Patriots kamen kaum noch voran, weil sie an ihrer konservativen Marschroute festhielten. Nach der Pause erhöhten sie jedoch durch ein 50-Yard-Field-Goal von Andy Borregales auf 10:0, verloren jedoch Brown mit einer Knöchelverletzung.
Gegen Ende des dritten Viertels spielten sich die Seahawks dann jedoch frei und legten Big Plays auf. Ein 24-Yard-Pass auf Cooper Kupp brachte sie in die Red Zone und lediglich eine Strafe für Illegal Shift negierte kurz darauf einen Kupp-Touchdown. Jason Myers verkürzte dennoch per Field Goal. Anschließend kippte das Spiel dann komplett. Maye warf eine Interception auf einen Deep Ball Richtung Wide Receiver Romeo Doubs, die sich Nehemiah Pritchett im engen Zweikampf schnappte. Kurz darauf zerstörte Lock dann einen Blitz mit kurzem Pass auf Jaxon Smith-Njigba, der daraus einen 45-Yard-Touchdown zum Ausgleich machte.
Wenig später ließ Doubs weit offen ein neues First Down bei 2nd&14 fallen und ein Play später schnappte sich Seahawks-Safety Julian Love direkt Mayes zweite Interception, dieses Mal auf einen hoffnungslosen Pass Richtung Pop Douglas gegen Zone Coverage. Dass daraufhin kein weiterer Touchdown folgte, lag lediglich daran, dass sich die Seahawks in der Red Zone eine weitere von zahlreichen Strafen leisteten und dadurch nur ein Field Goal am Ende stand. 13:10 Seattle mit 5:50 Minuten auf der Uhr.
New England quälte sich dann zwar nochmal in die gegnerische Red Zone, doch dort warf Maye seine dritte - und schlimmste - Interception, als er den Ball uninspiriert von der 16 in die Endzone hievte - Jobe sagte Danke. Game over!
New England Patriots (0-1) @ Seattle Seahawks (1-0)
Ergebnis: 10:13 (0:0, 7:0, 0:3, 0:10)
Patriots @ Seahawks: Die wichtigsten Statistiken
Die Seahawks haben nun in 30 Spielen in Serie keinen gegnerischen 100-Yard-Rusher mehr zugelassen. Das ist die längste aktuelle Serie in der NFL.
Die Seahawks standen sich konsequent selbst im Weg. Sie leisteten sich zehn Strafen für 98 Yards und kosteten sich damit mindestens zwei Touchdowns.
Es war das erste Mal, dass Maye drei Interceptions in einem Spiel geworfen hat.
Der Star des Spiels: Defense (Seahawks)
Natürlich gebührt auch der Defense als Ganzes ein Sonderlob dafür, wie sie die gegnerische Offense einmal mehr fast komplett abgemeldet hat. Sie stoppte den Run, sie hielt Maye bei 178 Yards und zwang ihn zu drei Picks. Das war eine komplette Gesamtleistung der ganzen Unit.
Der Flop des Spiels: Drake Maye (QB, Patriots)
Maye war zwar mit seinen Scrambles erfolgreich und damit einer der wenigen, die überhaupt den Ball bewegten. Doch durch die Luft machte er einfach zu viele Fehler. Die erste Interception ging noch eher auf die Kappe von Doubs, doch die anderen beiden waren seine. Seine Fehler haben das Spiel entschieden.
Analyse: Seahawks vs. Patriots - die Taktiktafel
Die größte taktische Anpassung der Patriots im Vergleich zum Super Bowl war von Anfang an offensichtlich: sie spielten speziell vor der Pause ausschließlich in Nickel - sie variierten lediglich zwischen Formationen mit einem dritten Safety im Slot in frühen Downs und einem dritten Cornerback in offensichtlichen Pass-Situationen. Im Super Bowl hatten sie noch hauptsächlich mit ihrer Base-Defense (3 Linebacker) gegen 12-Personnel gespielt haben.
Offensiv setzten sie am Anfang eher auf schweres Personal mit zwei Tight Ends oder einem Fullback. Zudem bekam der groß gewachsene Wide Receiver Mack Hollins mehr Snaps als jeder andere Receiver außer A.J. Brown. Das wurde gepaart mit überwiegend Laufspielzügen in frühen Downs. Später schickte man dann wieder mehr 11-Personnel (3 Receiver) aufs Feld, lief aber weiter häufig. Und: Play Action war ein häufiges Mittel.
Die Seahawks hielten defensiv an ihrem damaligen Gameplan weitestgehend fest, spielten fast stur Zone-Coverage und blitzten vor allem in späten Downs. Zudem profitierten sie meist von ihrer massiven Defensive Line, die das viel zu häufig eingesetzte Run Game New Englands größtenteils in Schach hielt. Das führte häufig zu langen dritten Versuchen und eine niedrige Erfolgsquote der Gäste.

