Die Tartan Army nennt ihn humorvoll "Meatball", den Fleischklops, bei den schottischen Fans ist er ebenso hoch angesehen wie beim englischen Klub Aston Villa, mit dem er gerade die Europa League gewonnen hat. Und so war es passend, dass John McGinn, der auf der Insel den statthaften Ruf eines "blood-and-muscle"-Spielers genießt, Schottland nach 36 langen Jahren den ersten Sieg bei einer WM-Endrunde bescherte.
McGinn erzielte beim äußerst mühevollen 1:0 (1:0) gegen den krassen Außenseiter Haiti den einzigen Treffer, sein Schuss war abgefälscht. "Es war nicht mein schönstes Tor, aber was soll's. Wir haben lange darauf gewartet", sagte der 31-Jährige und ergänzte: "Eine ganze Generation von Fans hat so etwas noch nicht erlebt." Deshalb hoffe er, "dass die Kinder morgen aufwachen und genauso stolz sind wie ich".
Im Notfall vergießt er Schweiß und Blut
Dass sich McGinn die Reputation eines redlichen Kämpfers verdient hat, der im Notfall neben Schweiß auch Blut vergießt, gründet sich auch auf einen Vorfall, der ihn 2015 fast seine Karriere gekostet hätte. Nachdem er im Training bei seinem damaligen Klub St. Mirren Mitspieler Steve Thompson den Ball abgenommen hatte, riss der eine angespitzte Stange aus dem Boden und warf sie nach McGinn.
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Die Stange blieb in McGinns Wade stecken, "da floss ganz schön viel Blut", hat er bereits ein paar Mal berichtet. Der Muskel war lädiert, aber McGinn war schon damals hart im Nehmen: Nach drei Wochen stand er wieder auf dem Platz. Und konnte nun, elf Jahre später, seinen ganz besonderen Jubel auch der ganzen Welt zeigen - nach dem Treffer formte er mit den Händen eine Brille vor seinem Gesicht. Eine einfache und bewegende Geste.
Berührende Geste für Neffen
Mit der Geste wies McGinn auf seinen Neffen Jack hin. "Es bedeutet mir die Welt. Ich bin mir sicher, wenn er wieder in die Schule geht, werden all seine Mitschüler darüber reden", sagte McGinn über das emotionale Zeichen für sein junges Familienmitglied, das von der Tribüne aus zusah.
Der Neffe des Matchwinners leidet an einer Sehschwäche und ist beim Fußballspielen auf eine Brille angewiesen. Gerade für Kinder könne das eine große Herausforderung sein, erklärte McGinn. "Wenn du jünger bist, ist das oft schwierig, weil du dich sozial ausgeschlossen fühlst. Deshalb will ich ihn so ein wenig unterstützen und ihm Kraft schicken", hatte der Mittelfeldspieler seinen mittlerweile bekannten Torjubel einst erklärt.



